VERSICHERUNGSSCHUTZ

Ihr Fahrzeug ist bei uns versichert – aber wie?

Bei jedem Transport stellt sich die Frage: Was passiert im Schadensfall? Die Antwort ist komplexer als ein einfaches „Vollkasko". Das Transportrecht kennt gesetzliche Haftungsgrenzen – und diese sind in der Praxis oft überraschend niedrig. Wir erklären Ihnen transparent, wie unser Versicherungsschutz aufgebaut ist.

Das SZR-Problem: Wenn die gesetzliche Haftung nicht reicht

Das Transportrecht – sowohl national (HGB) als auch international (CMR) – begrenzt die Haftung des Frachtführers auf einen festen Betrag pro Kilogramm Ware. Diese Einheit heißt SZR (Sonderziehungsrecht), eine künstliche Währung des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit weltweiter Gültigkeit.

Was ist ein SZR?

Das Sonderziehungsrecht (SZR) ist eine vom IWF definierte Verrechnungseinheit, die auf einem Währungskorb aus US-Dollar, Euro, Pfund, Yen und Yuan basiert. Der Kurs schwankt täglich und liegt derzeit bei ca. 1,25 €.

Gesetzliche Haftungsgrenze

  • Inland (HGB): 8,33 SZR / kg
  • Ausland (CMR): 8,33 SZR / kg
  • Umgerechnet ca.: ≈ 10,41 € / kg

Rechenbeispiel: Reisemobil

Ein marktübliches Reisemobil wiegt ca. 3.500 kg und hat einen Neupreis von 80.000 €. Was leistet die gesetzliche Haftung?

Fahrzeuggewicht 3.500 kg
Haftungsgrenze (8,33 SZR × 1,25 €) ≈ 10,41 € / kg
Max. gesetzliche Erstattung ≈ 36.435 €
Neupreis Fahrzeug 80.000 €
Ungedeckte Lücke ≈ 43.565 €

* Berechnung bei aktuellem SZR-Kurs von ca. 1,25 €. Der Kurs ist täglich veränderlich.

Welche Haftung gilt für Ihren Transport?

Hier die wichtigsten Unterschiede zwischen nationalen und internationalen Transporten:

National (innerhalb Deutschlands)

Bis zu 40 SZR pro kg sind für reine Inlandstransporte innerhalb Deutschlands (HGB) möglich, wenn dies schriftlich vereinbart wird. Standardmäßig gilt auch hier 8,33 SZR/kg.

International (grenzüberschreitend)

Bei grenzüberschreitenden Transporten (CMR) sind immer nur 8,33 SZR pro Kilogramm möglich – eine Erhöhung auf 40 SZR/kg ist hier nicht zulässig.

Keine Mehrkosten

Die Erhöhung verursacht keine zusätzlichen Kosten – sie muss lediglich schriftlich zwischen Auftraggeber und Frachtführer vereinbart werden.

Einfach bei der Auftragserteilung

Sprechen Sie uns bei Ihrer Anfrage darauf an – wir nehmen die Vereinbarung direkt in den Transportauftrag auf.

Haftungsvergleich: Reisemobil 3.500 kg

Standard (8,33 SZR)
≈ 36.435 € von 80.000 € gedeckt
Erhöht (40 SZR)
≈ 175.000 € Fahrzeug vollständig gedeckt

Bei 40 SZR × 1,25 € × 3.500 kg. Gilt nur für den Straßentransport (HGB/CMR), nicht für Seefracht.

Option: WorldCover-Plus – All-Risk-Versicherung

Für maximalen Schutz – insbesondere bei der Verschiffung – bieten wir unsere WorldCover-Plus-Warentransportversicherung an. Diese deckt Schäden ab, die über die gesetzliche Haftung weit hinausgehen.

All-Risk-Deckung

Versichert sind Schäden durch Unfall, Diebstahl, Feuer, Hagelschlag und weitere unvorhergesehene Ereignisse – unabhängig vom Verschulden

Bis zu 300.000 €

Maximaler Warenwert pro Versicherungsfall: 300.000 €

Lückenloser Schutz

Der Versicherungsschutz gilt während des gesamten Transportweges – auf dem LKW, im Hafen und auf See.

Besonderheit bei der Seefracht: Havarie-Grosse

Wer Fahrzeuge verschiffen lässt, sollte diesen Begriff kennen, um unangenehmen Überraschungen vorzubeugen.

Was ist die Havarie-Grosse?

Die Havarie-Grosse (engl. General Average) ist ein uraltes Seehandelsprinzip: Kommt es auf See zu einem Notfall – z. B. muss Ladung geopfert werden, um das Schiff zu retten – werden die entstandenen Kosten und Verluste auf alle Beteiligten (Reeder und alle Verlader/Empfänger) anteilig nach dem Warenwert umgelegt.

Wichtig zu wissen: Als Beteiligte gelten die im Seefrachtbrief aufgeführten Parteien. In der Regel sind das bei unseren Transporten Sie als Empfänger der Ware.

Das bedeutet: Selbst wenn Ihr Fahrzeug keinen Schaden hat, können Sie als Verlader zur Zahlung von Bergungskosten o.ä. herangezogen werden.

Was das für Ihre Versicherung bedeutet

Ohne Warentransportversicherung trägt der Auftraggeber das Risiko der Havarie-Grosse selbst. Das kann je nach Schiffsgröße und Vorfall erhebliche Beträge bedeuten.

Unsere WorldCover-Plus-Versicherung deckt auch Havarie-Grosse ab – Sie sind also auch in diesem Extremfall geschützt.

Tipp: Viele Verlader unterschätzen dieses Risiko. Sprechen Sie uns an – wir klären Ihren konkreten Fall.

Mitunter ist es für Sie passender und günstiger, wenn Sie für Ihren gesamten jährlichen Transportbedarf eine eigene Warentransportversicherung abschließen, die diese Risiken für Sie passgenau abdeckt.

Häufige Fragen zur Versicherung

Was ist der Unterschied zwischen Frachtführer- und Spediteurhaftung?
Der Frachtführer transportiert die Ware selbst mit eigenem Fahrzeug und haftet nach §§ 425 ff. HGB bzw. CMR für Schäden während des Transports. Der Spediteur organisiert den Transport und haftet nach § 461 HGB. In beiden Fällen gilt die gesetzliche Grenze von 8,33 SZR/kg – die bei innerdeutschen Transporten kostenfrei auf 40 SZR/kg erhöht werden kann.
Muss ich für höheren Versicherungsschutz extra bezahlen?
Die gesetzliche Haftung mit 8,33 bzw. 40 SZR/kg beim Straßentransport ist in unseren Frachtpreisen enthalten Für die All-Risk-Deckung per WorldCover-Plus entstehen geringe Versicherungsprämien – die Details besprechen wir gerne individuell mit Ihnen.
Gilt die Haftungserhöhung auch für Seefrachttransporte?
Die gesetzliche Haftung mit 8,33 bzw. 40 SZR/kg gilt nur für den reinen Straßentransport-Teil. Mit der Ablieferung des Fahrzeugs im Hafen gelten die Regeln der Seefracht: Bei der internationalen Seefracht gilt grundsätzlich 2 SZR pro Kilogramm Rohgewicht als Haftungsgrenze. Maßgeblich sind meist die sogenannten Haag-Visby-Regeln. Hier kann die WorldCover-Plus-Versicherung vereinbart werden, die eine Entschädigung bis zum tatsächlichen Warenwert (max. 300.000 €) ermöglicht.
Was passiert, wenn mein Fahrzeug auf dem Schiff beschädigt wird?
Ohne Warentransportversicherung ist die Erstattung bei Seefracht auf 2 SZR/kg begrenzt – das wären bei 3.500 kg gerade einmal ca. 8.750 €. Mit WorldCover-Plus sind Sie bis zum vollen Warenwert (max. 300.000 €) abgesichert. Wir empfehlen diese Versicherung daher für alle Verschiffungen ausdrücklich.
Wie beantrage ich höheren Versicherungsschutz?
Einfach bei Ihrer Transportanfrage erwähnen, dass Sie erweiterten Versicherungsschutz wünschen. Wir klären dann, welche Option für Ihre Sendung die sinnvollste ist, und nehmen alles Notwendige direkt in den Auftrag auf.